Romantisches Wohnen: Oktober 2013

Unter den heimischen Ofen gilt immer noch der Gussofen aus Eisen als etwas ganz Besonderes, was vor allem an den ausgefallen Verzierungen und dem fesselnden Design liegt, aber vielleicht auch, weil sie uns an die guten alten Zeiten erinnern.

Seit dem 15. Jahrhundert, mit der Gewinnung von flüssigen Eisen aus Erz, gibt es Gussöfen. Die ersten Öfen waren Kastenöfen, die aus fünf Platten bestanden  zwei Seitenplatten, Deckenund Frontplatte. Diese Öfen wurden durch die Wand gebaut und konnte über die offene Rückseite von der Küche oder dem Flur aus beheizt werden. Diese Ofenform wurde durch allerlei Neurungen immer weiter entwickelt, so dass er zu Beginn des 18. Jahrhundert bereits mit gezielter Sauerstoffzufuhr reguliert werden konnte. Die vielen Jahrhunderte und Kunstepo­chen brachten viele verschiedene Ofenformen zu Tage, beispielsweise den Rundofen, den Säu­lenofen, den Zierkulier oder Etagenofen, der vor allem entwickelt wurde, um die knappen Ener­gieressourcen zu schonen oder den Leuchtofen. Jeder dieser Schmuckstücke erzählt eine beson­dere Geschichte.

Restaurierung

Die Restaurierung dieser Zeugen vergangener Zeiten ist aufwendig. Wenn sie aber fachmännisch ausgeführt wird, kann so ein altes Juwel nicht nur im alten Glanz erstrahlen, sondern auch wieder funktionieren. Die Antik Ofen Galerie in Burrweiler hat sich ganz der Restaurierung des Gussofens verschrieben und zeigt zudem eine atemberaubende Zeitreise in vergangene Jahrhunderte.

Leidenschaft

Wir haben unsere Leidenschaft zum Beruf gemacht“, erzählt Ruth Stritzinger, die mit ihrem Mann Markus die Galerie und das zugehörige Deutsche Ofenmuseum betreibt. „Alles fing mit einem kleinen grünen Lothringer Kochofen an, den wir bei einem Antiquitätenhändler gefunden haben. Blauäugig dachten wir, die Restauration könne ja nicht so schwer sein. Es stellte sich dann aber heraus, dass er nicht mehr Instand zu setzten war. Aber das Feuer war dennoch entfacht! Die Liebe und die Vielfalt der Gussofen hat es uns von Anfang an angetan.“ Und in der Tat, der Enthusiasmus mit der Familie Stritzinger ihre Galerie und das in Deutschland einmalige Ofenmuseum betreiben, bleibt unübersehbar.

Fachbetrieb

Die Öfen des Museums, das fast 100 Stück um­fasst und die der Galerie mit ca. 400 antiken Lieblingsstücken, sind alle voll funktionsfähig. In unserer Werkstatt haben wir jeden unserer Stücke Teil für Teil zerlegt, vollständig restauriert und in einen, der Feuerungsverordnung entsprechenden, vollfunktionsfähigen Zustand wie­der aufgebaut“, erläutert Markus Stritzinger, der den einzig eingetragene Fachbetrieb zur Restaurierung originaler historischer Gussöfen unterhält. Diese Öfen können dann unter Berücksich­tigung der etwaigen Feuerungsverordnung ohne Probleme auch als Zusatzheizung in den eigen vier Wänden genutzt werden.

Effizienz

Wer jetzt denkt, dass ein antiker Gussofen zwar exklusiv und elegant ist, aber in Sachen effizienter Wärme kaum Nutzen hat, unterschätzt die historischen Schmuckstücke. Die Heizleistung unsere antiken Öfen ist mit den modernen Essen durchaus gleichzusetzen“, erzählt Markus Stritzinger. Die Nutzung als Zweit oder Zusatzheizung, als auch die Tatsache, dass das Heizen mit natürlichen Brennstoffen wesentlich ökologischer und effizienter ist, macht aus einem antikem Gussofen dem­nach nicht nur ein wertvolles Schmuckstück, son­dern auch ein wertvoller Gebrauchsgegenstand. Jeder unserer Öfen ist einzigartig, keiner gleicht dem anderen“, erzählt Ruth Stritzinger. Jeder hat seine Geschichte, die man aufspüren, erahnen oder erträumen kann. Nichts für Konformisten, sondern ein Kunstwerk, das durch seine filigrane Strukturen Ruhe und Gelassenheit ausströmt.“

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